Diesmal verwende ich den Satz für die gegenwärtigen Veränderung in unserer Arbeitswelt. Frauen können die klassischen, schablonenhaften und liniaren Karrierewege der Männerwirtschaft nicht gehen. Das ist einer der Gründe für eine geringe Frauenquote in Führungspositionen. Frauen brauchen eine Arbeitswelt, die Teilzeiten und Auszeiten erlaubt, damit Familie und Beruf ohne Nachteil und Karriereknick in Einklang gebracht werden können. Flexible Modelle mit Mischformen aus selbstständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit erhöhen die Chancen auf ein erfolgreiches Berufsleben.

So argumentiert Gender-Forscherin Elisabeth Kelan im Rahmen der „Fast Forward“ Veranstaltung (Die Presse)

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Doch nicht nur die soziographische Gruppe der „Frauen“ erhebt diese Ansprüche auf eine neue Arbeitswelt. Die Generation Y, oder auch Millienials genannt, streben heute von der Ausbildung her in den Beruf und konfrontieren Arbeitgeber mit ihrem Talent, aber auch neuen Forderungen:

  • Ich arbeite möglichst wann und wo ich am kreativsten oder effektivsten bin, nicht 9-5 mit Anwesenheitspflicht.
  • Ich kann mehrere Arbeitgeber oder unternehmerisches Engagements kombinieren und parallel ausüben, durchaus zum Vorteil aller Beteiligten.
  • „Bring your own device“: Ich verwende meine IT tools (Smartphone, Notebook, Cloud-Software) und du – Arbeitgeber – mußt mich damit in deine Infrastruktur einbinden.

Zuletzt geht´s aber auch vielen klassischen Karrieremännern im besten Alter nicht so gut, wenn sie die schablonenhafte Karriereautobahn entlangdüsen. Auszeiten, Sabaticals und nebenberufliche Erfüllung in einem kreativen oder karitativen Bereich sind vielgenutzte Möglichkeiten der Abnützungsfalle im Konzernkadermarsch zu entgehen. Viele Karrieristen, die Väter geworden sind, suchen nach mehr Zeit mit ihrer Familie und schöpfen so mehr Kraft für den Arbeitsalltag.

Somit steuern wir von drei Seiten in Richtung neue Arbeitswelten, sowohl die „Frauen“, die „Männer“ als auch die „Jungen“ proben den leisen Arbeitsaufstand. Der „War for Talents“ verlagert sich von dicken Dienstwagen und sechsstelligem Salär weiterhin (zusätzlich) zu Work/Life Balance und Bedachtnahme auf den individuellen Weg, die Arbeitskraft des Kollegen und der Kollegin zu erhalten und zu steigern.

Somit: Geht´s den Frauen gut, geht´s auch den Männern gut!

Schablonen und Stereotypen

18.09.2012 | 13:38 |  Andrea Lehky (Die Presse)

„Fast Forward“: Gender-Forscherin Elisabeth Kelan präsentierte ihre Erkenntnisse. Wie Frauen es nach oben schaffen.